DEUVET Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e.V.
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Mittwoch, 04. Februar 2009
News 52 von 55              Zum News-Bereich  
Darstellung des DEUVET zu FIVA Interview in Clubmagazinen und Zeitschriften  
 

Frage: Unsere Mitglieder möchten von ihnen wissen:
Wie ist der aktuelle Stand der Repräsentanten Deutschlands bei der FIVA?
Viele sprechen von einer „Nacht- und Nebelaktion, dem DEUVET den ANF abzunehmen und diesen dem ADAC zu übertragen.

Anwort  H. Brüning: Die FIVA war über die Lage und Vertretung der deutschen Oldtimerfreunde durch den DEUVET sehr unzufrieden.Die deutsche Automobilindustrie hatte dem DEUVET die finanzielle und Image tragende Unterstützung versagt!

Stellungnahme DEUVET:
Das Sponsoring der deutschen Automobilindustrie, genauergenommen durch die AUDI Tradition, BMW Mobile Tradition, Adam Opel AG (Classic) und DaimlerChrysler Classic, wurde über einige Jahre vorgenommen. VW, Porsche und Ford hatten sich daran nicht beteiligt. Der Grund für den Entfall war aber nicht die Unzufriedenheit mit dem DEUVET, sondern die Einrichtung eines eigenen Referats beim VDA. Diese Stelle muss vom Budget der „Traditionen“ bezahlt werden, also nicht vom Hersteller direkt. Eine gleichzeitige finanzielle Unterstützung des DEUVET war dadurch aus Budgetgründen nicht mehr möglich, zumal die „Traditionen“ durch die neue Stelle nicht über größere Mittel durch die Stammhäuser verfügten. Dass die Hersteller auch in Oldtimer- und Klassikerfragen auf politischer Ebene durch ihren eigenen Verband vertreten werden, ist verständlich. Die Zusammenarbeit mit Stefan Röhrig (VDA) und DEUVET (Maik Hirschfeld) kann als ausgesprochen positiv betrachtet werden.

Frage: Wie kam es denn überhaupt zu dieser Unzufriedenheit der FIVA gegenüber dem DEUVET?

Antwort H. Brüning: Das war z.B. die Preispolitik des DEUVET bei den FIVA - Fahrzeugpässen,die langen Arbeitszeiten zur Erstellung der Pässe, das mangelhafte Marketing. Deutschland, als Land mit der größten Einwohnerzahl in Europa, hatte die wenigsten Fahrzeugpässe ausgestellt und veranstaltete kaum FIVA Events. Dazu kamen natürlich die schwindenden Mitgliederzahlen im DEUVET!
Die Kommunikation mit dem DEUVET war außerdem mit zu hohen Gebühren verbunden, da diese per Telefon nur mit einer 0180er Telefonnummer möglich ist.
Viel schlimmer aber, dass aus dem Ausland über diese Vorwahl kein Telefonanruf möglich ist. D.h. keine erforderlichen Telefonate, wie z.B. zu Veranstaltungen oder Rückfragen, auch u.a. im Zusammenhang mit den FIVA – Fahrzeugpässen!

Stellungnahme DEUVET:
Die FIVA gibt einen Preis von maximal € 160,-- für ihre ID Card (Preis FIVA Mitglieder) vor. Auf der FIVA GV 2006 wurde auch abgeklärt, dass der DEUVET auf diesen Preis für Mitglieder die MwSt. aufschlagen kann. Dies entspräche einem Preis von etwa € 190,-- für Mitglieder. DEUVET war gezwungen, das Passwesen MwSt-pflichtig zu betreiben, da es nach Ansicht der Finanzbehörden eine Dienstleistung ist, die nicht jedes Mitglied automatisch erhält und auch Nichtmitglieder im Sinne der FIVA einen Fahrzeugantrag beantragen können. Die FIVA hat ausdrücklich und auch auf Nachfrage die Preise beim Passwesen für Nichtmitglieder frei gestellt. Hintergrund: Die DEUVET GV, also unsere Mitglieder, haben mit nahezu 100 % einem hohen Preis für Nichtmitglieder zugestimmt. Dadurch sind viele Neumitglieder in die Clubs gekommen, denen der Nichtmitgliederpreis zu hoch war.
Der Preisunterschied zwischen Mitglied im DEUVET und Nichtmitglied war also bewusst vorgesehen und von unseren Mitgliedern gewollt. DEUVET hat die FIVA ID Card und den nationalen DEUVET Fahrzeugpass (2 separate Pässe) für einen Preis von zusammen € 120,- an seine Mitglieder ausgestellt. Zieht man davon die MwSt. und den FIVA Blanko-Einkaufspreis von € 25,- ab, bleibt, ohne dass überhaupt schon eine Dienstleistung erbracht worden ist, ein Betrag von € 75,84 übrig. Das liegt unter dem Niveau vieler anderer FIVA ANFs. Von einem überhöhten Preis kann also keine Rede sein. Diese Tatsache war dem FIVA Vorstand sehr wohl bekannt. Lange Wartezeiten: Ja, das gab es einmal. Aber wie lange will man mit Vorwürfen noch zurückgehen. Seit ich das Passwesen von meinen Vorgängern übernommen habe, hat es sich Zug um Zug verkürzt. In diversen Artikeln und Editorals des ASC und des DAVC wurde dies auch bestätigt, das kann man wohl nicht leugnen. DEUVET hat in der Vergangenheit ein paar tausend Fahrzeugpässe ausgestellt, mehr Anfrage war auch nicht da.
Zu FIVA Events: Es ist richtig, dass früher nur der DAVC und der ASC FIVA Events angemeldet haben. Das hatte sich in den letzten Jahren aber mehr als geändert. Im Jahre 2008 hat der DEUVET 11 FIVA A & B Events angemeldet und lag damit in der Spitzengruppe der FIVA ANFs. Nach wie vor ist dieser Punkt schwierig umzusetzen, da ein FIVA Event auf keiner gesetzlichen Grundlage beruht, sondern lediglich auf freiwilliger Basis erfolgt. Die vielen professionellen Rallyeanbieter in Deutschland sehen dadurch keine Notwendigkeit oder Steigerung Ihrer Teilnehmerzahlen. Und genau das ist das Problem!
Zu Kommunikation: Dem FIVA Vorstand, den FIVA Mitgliedern, den DEUVET Präsidenten und seinem Vorstand, den DEUVET Beiräten und Fördermitgliedern und den DEUVET-Fahrzeugprüfern sind unsere persönlichen Rufnummern und Mailadressen bekannt. Ich persönlich stehe mit allen Daten in der offiziellen FIVA Adressliste von 2007. Clubrepräsentanten rufen bei uns persönlich an und nicht in Berlin. Die Einführung einer 0190-Nummer bei unserem Büro in Berlin beruht auf einem nahezu einstimmigen Beschluss der DEUVET GV. Hintergrund: Nach einer Erhebung, die wir über einen Zeitraum von einem Jahr durchgeführt haben, mussten 69 % der Arbeitszeit unserer Angestellten für Fragen von nicht in DEUVET-Clubs organisierten Personen aufgewendet werden. Die Clubpräsidenten hatten sich auch dafür ausgesprochen, dass ihre Mitglieder bei Sachfragen sich zu allererst an ihre eigenen kompetenten Fachleute wenden sollten. Nachzulesen ist dies alles in den Protokollen der jeweiligen DEUVET GVs, die auch den Clubs vorliegen.

Frage: Haben denn bereits zu diesem Zeitpunkt, mit anderen den Oldtimern verbundenen Automobilclubs oder Organisationen Gespräche stattgefunden?
Antwort H. Brüning: Nicht direkt. Der AvD zeigte Interesse an einer Mitgliedschaft in der FIVA, hatte aber noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Der ADAC beantragte die Mitgliedschaft und erfüllte alle Voraussetzungen. Der DEUVET hatte im Übrigen dem Beitritt des ADAC in die FIVA zugestimmt.

Stellungnahme DEUVET:
Es gab sehr wohl Gespräche auf der TC in Essen vorab, will man das jetzt etwa leugnen? Dem ADAC Beitritt habe ich nur unter massiven Bedenken zugestimmt, zumal der FIVA Vorstand mir sehr wohl klar machte, dass ich mit einer Ablehnung, oder meinen Bedenken, bei der FIVA GV scheitern würde. Um nicht von vornhinein das Kommunikationsverhältnis ADAC/DEUVET zu belasten, habe ich dann letztendlich zugestimmt.

Frage: Wurde dem DEUVET ohne vorherige Absprache der ANF entzogen?

Antwort H. Brüning: Die Gespräche zwischen dem DEUVET und der FIVA über die Vertretung in Deutschland laufen seit drei Jahren. Die Arbeit war sehr unbefriedigend und dies haben wir in vielen Gesprächen zum Ausdruck gebracht. Das Fass zum
Überlaufen brachte die Erhöhung des DEUVET – Beitrages, mit der Begründung einer FIVA – Beitragserhöhung, welche überhaupt nicht stattfand!
Stellungnahme DEUVET:
Der ANF Status wurde dem DEUVET ohne vorherige Absprache entzogen. Der ADAC ist nach nur einem halben Jahr Mitgliedschaft in der FIVA auf den Thron gehoben worden, bezeichnenderweise bei einer FIVA Vorstandssitzung in den Räumlichkeiten des ADAC in München. Das war mit Sicherheit gut vorbereitet. Unsere Mitgliederzahlen stagnieren, das ist richtig. Nur können wir nicht einfach fiktive Mitgliederzahlen bei der FIVA melden um gut dazustehen, sondern nur den tatsächlichen Ist-Bestand. Für jedes Mitglied muss ein bestimmter Betrag an die FIVA entrichtet werden, für vom DEUVET aufgewertete Mitgliederzahlen hätten unsere Teilnehmer auf einer DEUVET GV wohl kein Verständnis.

Frage: Die Einnahmen der FIVA – Fahrzeug - Passgebühren scheinen ja in der Vergangenheit immer eine interessante Einnahmequelle gewesen zu sein. Was hat eigentlich die FIVA an diesen in der Vergangenheit hohen, im Vergleich zu heute, erheblich günstigeren Kosten.

Antwort H. Brüning: Diese Passgebühren haben sich auf der Einnahmeseite der FIVA überhaupt nicht verändert! Der ADAC hat diese Kosten nach Übernahme des ANF vom DEUVET erheblich reduziert. Aber um die Frage genau zu beantworten, die FIVA bekommt pro Pass 25 Euro als Arbeitsaufwand und Kostenentschädigung.
Der DEUVET kassierte für den Pass für Nichtmitglieder 400 Euro plus Spesen!
Mitglieder wiederum konnten den FIVA – Pass nur in Verbindung mit dem DEUVET – Pass kaufen, der ebenfalls wieder mit Gebühren verbunden war.

Stellungnahme DEUVET:
Falsch! Seit 2007 wird von ursprünglich 25 SFR, 25 € für die Zusendung von Blanko ID Cards verlangt. Es gibt auch andere Länder, die zusätzlich einen nationalen Pass haben, z.B. in Italien (ASI). Der DEUVET Fahrzeugpass war lange Zeit auch ein begehrtes Dokument für die Zulassung von Youngtimern (07-Kennzeichen), da wir im Unterschied zur ID Card diesen schon ab einem Alter von 20 Jahren ausgestellt haben.

Frage: Wie wird die Sektion Oldtimer im ADAC die Oldtimerfreunde Deutschlands in Brüssel und Berlin politisch vertreten?

Antwort H. Brüning: Der ADAC hat schon lange in Berlin ein eigenes Büro und wird in Brüssel durch die Mitgliedschaft in der FIA vertreten.

Stellungnahme DEUVET:
DEUVET ist als Bundesverband in Berlin registriert und hat auch sein Büro dort. EU Arbeit erfolgt zurzeit über diverse Europaabgeordnete einzelner Parteien (siehe auch mein Anschreiben an die Clubs)

Frage: Warum soll es anstelle des DEUVET mit dem ADAC als ANF besser voran gehen?

Antwort H. Brüning: Das FIVA – Präsidium sieht im ADAC eben diesen starken Partner an seiner Seite und hofft, dass es der Sektion Oldtimer im ADAC gelingen wird, die Szene in Deutschland längerfristig zu einen.

Stellungnahme DEUVET:
Der DEUVET hat nahezu alle Errungenschaften für die Oldtimerfahrer in Deutschland erreicht. Das 07-Kennzeichen (zusammen noch mit der Initiative Pro Oldtimer, die dann in den DEUVET eingetreten sind), das H-Kennzeichen, Ausnahmen ASU, etc.
Wir hatten dabei keinerlei Unterstützung anderer Verbände. Das Thema war noch nicht interessant, der mögliche Nutzen noch nicht groß genug.
Bei den Ausnahmeregelungen in Umweltzonen, haben die Parlamentarischen Abende des DEUVET in Berlin und die daraus entstandenen zwei Anfragen im Bundestag, seitens der FDP und der CDU/CSU Fraktion, eine sicher nicht unerhebliche Rolle gespielt.
Hätte man es gewollt, hätte der DEUVET eine neutrale Rolle zwischen den konkurrierenden Verbänden spielen können. Wer die Interna dazu kennt, weiß, dass eine zukünftige Einigung der Szene wohl in weite Ferne gerückt ist.

Maik Hirschfeld

 
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